Fortsetzng: Das Innere der Jugendstilkirche

Mit den geblümten Festons der Fenster korrespondieren die mit Girlanden ausgemalten Leibungen. Die Fenster wurden mit Tuchmuster verbunden, die Decke in Kassetten aufgegliedert und mit Fruchtgirlanden durchzogen, die schweren Querbalken über den Säulenköpfen belebt durch dezent beige aufgemalte Ornamentik.
 
Von dieser Mischung von klassizistischen und Jugendstilelementen muss nun der Blick vor allem auf die sehr einheitlichen, in reinem Jugendstil gearbeiteten Holzschnitzereien in der Kirche fallen.
Die Türen werden vielgestaltig von Pflanzen, Schmetterlingen und Vögeln umrankt. Auch der symmetrisch angeordnete, die Fensterreihen ergänzende und schließende Orgelprospekt ist dezent mit Pflanzenmotiven geschmückt. Umschlossen wird das Innere der Kirche von einer durchgängigen Empore, die durch die ornamentale Gliederung ihrer vorgebauschten Brüstungen und der weit ins Kircheninnere vorgezogenen Orgelempore trotz ihrer Größe sehr leicht wirkt.
 
Überall kann man altkirchliche Symbole entdecken: Alpha und Omega, der erste und letzte Buchstabe im griechischen Alphabet, weisen auf die umfassende Macht Gottes hin; X und P, im griechischen Alphabet CH und R, deuten auf CHRistus, die Schlangensymbole an der neugestalteten Kanzel reden von der Versuchung im Garten Eden, vom Heilungssymbol des Mose, das zum Heilssymbol des gekreuzigten Jesus wird, und von der Vernichtung des Bösen, dargestellt als Durchbohrung einer Schlange durch das Schwert.
 
Der Innenraum der Kirche korrespondiert rnit dem Äußeren in geglückter Weise. In weitem Umkreis findet sich kein ähnliches Bauwerk. Ein einmaliges Zusammenspiel von Klassizismus und Jugendstil im kirchlichen Bauwesen ist hier geschaffen worden.
 
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