Fortsetzung: Die Renovierung
70 Jahre nach der Erneuerung im Jugendstil stand die Stadtkirche unansehnlich an der Bahnhofstraße. Die Außenfassaden waren von Schmutz überdeckt, die Türen schwarz verpicht. Im Innenraum waren die einst leuchtenden Farben unter einer Schmutz- und Rußschicht verschwunden. Man kann es sich heute kaum mehr vorstellen, dass während der Überlegungen zur Renovierung der Stadtkirche sogar der Gedanke an ihren Abriss aufkommen oder dass auch an den Einbau von Garagen oder Ladenzügen im "Erdgeschoß" einer horizontal halbierten Kirche gedacht werden konnte.
Das Landesamt für Denkmalpflege machte sehr bald allen diesen Überlegungen ein Ende mit dem Hinweis, dass dieses einmalige Kirchengebäude seit 1927 unter Denkmalschutz stehe.
In einer fünf Jahre dauernden Renovierung wurden von 1973 bis 1978 mit viel Geduld und Umsicht die Gestalt und Farbigkeit der Kirche von 1903 wiederhergestellt. Lediglich eine Verkürzung des Innenraumes mit gleichzeitiger Schaffung eines geräumigen Foyers veränderte den ursprünglichen Grundriss. Dadurch hat der Raum eher gewonnen; er strahlt nun in seinen neuen Ausmaßen größere Harmonie aus.
Predigtpult, Altar und Taufe wurden von dem Tuttlinger Künstler Roland Martin in Anlehnung an die Jugendstilelemente neu gestaltet.
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