"ver BUND en"


malhalten
 
mal halten
um sich zu begegnen
Kirche und Kunst
um sich zu besinnen
in einundzwanzig Kirchen
 
so lautet schlicht der Hinweis auf ein besonderes
ökumenisches Ausstellungsprojekt in den Landkreisen
Rottweil und Tuttlingen.
In 21 katholischen und evangelischen Kirchen und Kapellen
zwischen Dunningen und Hattingen werden wir eingeladen,
angesichts besonderer Kunstinstallationen mal zu halten.
 
Unter dem Kunstwort „malhalten“ sind Werke
zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler zu sehen,
die allesamt die Begegnung
von Gegenwartskunst und Kirche befördern wollen.
Sie bieten außerordentlich spannende Zusammenhänge
zwischen Vorhandenem und Verändertem,
zwischen Nähe und Ferne,
zwischen Vergänglichem und Ewigem.
 
Die Stadtkirche Tuttlingen hat vom
10. September bis 30. Oktober 2011
ein ganz besonders eindrückliches und bewegendes Kunst­werk zu Gast –
eine Installation der Schweizer Künstlerin Margaret Marquardt.
Es regt den Betrachter unwillkürlich an zum mal halten.
 
Schon im Foyer weist eine Lichtprojektion an der Wand auf den Titel hin: „ver BUND en“.
 
 
Betreten wir dann den Kirchenraum,
fällt zunächst das strahlende Lichtband ins Auge:
Himmel und Erde sind in leuchtendem Rot „ver BUND en“.
Dahinter sehen wir den „ver BUND enen“ Christus am Kreuz.
Der tödlich Verwundete ist eingehüllt in eine Unzahl weißer Binden. Zunächst kein tröstlicher Anblick! Wird durch das totale Eingebundensein doch erst das Ausmaß der Verletzung sichtbar.
Erst im Zusammenspiel der Farben – rot und weiß - und der unterschiedlichen Formen von Heilungsstrahl (BUND) und verbundenen Wunden leuchtet ein Hoffnungsschimmer auf.
 
Die Künstlerin selbst sagt dazu: „Die Wunden Christi verbinden.
Eine symbolische Hand­lung.
Indem ich seine Wunden verbinde, verbinde ich die Wunden der Welt,
die Wun­den der Menschen, die Wunden der Erde,
die Wunden aller Geschöpfe.“
Die Künstlerin zeigt uns mit ihrer Installation:
Die Wunden sind verbunden, die Schmerzen werden gelindert.
Die Heilung beginnt mit dem Strahl, der Himmel und Erde verbindet.
Er ist Zeichen für den BUND Gottes mit den Menschen.
Alles wird heilen.
 
Eine hoffnungsstiftende Botschaft.
Und: ein guter Grund, der „Geöffneten Stadtkirche“
(Sonntag bis Freitag von 13-17 Uhr) mal einen Besuch abzustatten. Wirklich mal halten, innehalten, nachdenken,
Altbekanntes neu wahrnehmen und in einen intensiven Dialog mit dem Kunstwerk „ver BUND en“ eintreten.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen.
 
Dekan Frank Morlock


Weitere Bilder von "ver BUND en" ( bitte anklicken )